Tutorial: 3D-Techniken in der Technischen Kommunikation (tekom H19)

VISU08 – Stuttgart 14. Nov 2019 – tekom Jahrestagung 2019 von Andreas Vogel/Georg Eck, SQUIDDS – Nürnberg

Es war Mitte der 90er Jahre, als die Umstellung von 2D auf 3D CAD richtig Fahrt aufnahm. Damals erzählten die CAD Systemhersteller bereits davon, dass es zukünftig tolle Möglichkeiten für Marketing und Vertrieb geben würde.

Und damit hatten die Hersteller tatsächlich nicht zu viel versprochen. Unterschiedlichste Visualisierungswerkzeuge konnten schnell aussagekräftige Bilder erzeugen, die in Produktbroschüren und Präsentationen Verwendung fanden. Und dies bereits vor der eigentlichen Fertigung des Produkts! Heute sind Visualisierungs- und Animationstools …

Folien VISU08 (tekom H19)
 KLICK! Download der Folien VISU08 (tekom H19).

…aus keiner Produktpräsentation mehr wegzudenken. Die virtuelle Welt ist einfach zu perfekt und bietet zu viele Möglichkeiten, als dass man sie ignorieren könnte.

Auch auf der technischen Seite wurden für Aufgaben wie Qualitätskontrolle oder die Zusammenarbeit über Abteilungen und Firmen hinweg die meist proprietären Viewer der CAD Systemhersteller sehr erfolgreich eingesetzt.

Wie sieht der Fortschritt aber nun im Bereich der technischen Dokumentation in den letzten 2 Jahrzehnten aus?

Es gibt bereits seit vielen Jahren neue interaktive 3D Technologien, die quasi prädestiniert sind für den Einsatz in Dokumentationen, digitalen Verkaufsunterlagen und auf Webseiten:

  • 1995 wird VRML (Virtual Reality Markup Language bzw. Virtual Reality Modeling Language) als 3D Format für das Internet entwickelt. In den üblichen Browsern wurden Plug-Ins für das Betrachten benötigt.
  • 2001 wird X3D (Extensible 3D) vom W3C-Konsortium als offizieller Standard für 3D-Inhalte im Internet festgelegt. Auch hier sind noch Plug-Ins für die Browser notwendig.
  • 2005 integriert Adobe den Viewer für das U3D Format in den Adobe Acrobat und Reader. Das ist die Geburt von 3D PDFs, es ist das erste Format für das der Viewer eigentlich bereits auf fast jedem Rechner vorhanden ist.
  • 2011 wird Web GL (Web Graphics Language) offiziell freigegeben und mittlerweile können alle wichtigen Browser WebGL-Inhalte ohne Plug-In darstellen
  • Bereits seit vielen Jahren werden nun Systeme für Virtual und Augmented Reality entwickelt, die gerade im Bereich Training unschlagbare Vorteile bringen.
  • Außerdem spielen mobile Geräte mit der immer besseren Ausstattung und Performance eine große Rolle, beinahe jeder Mensch trägt sie ständig bei sich.

THM Gießen: Lernen mit der AR-Brille
Dozent Georg Eck erklärt die AR-Brille (Bild © Thomas Niederhaus, THM)

Diskussion auf der tekom H19 – im Vortrag VISU08

Bevor wir mit den ca. 80 Teilnehmern in die Diskussion einsteigen wollten, gab es zuerst ein paar Fragen:

  • Wer verwendet bereits 3D-PDF?
    Handzeichen: ca. 5%
  • Wer verwendet andere Veröffentlichungen?
    Handzeichen: einer – Augmented Reality
    Handzeichen: ca. 5% – ein anderes Rendering
  • Wie viele würden gerne und sofort 3D-Technologien einsetzen?
    Handzeichen: ca. 50%
  • Was hindert Sie daran?
    Folgende Antworten wurden gegeben:

    • die Dominanz der Konstruktionsabteilung
    • das Datenkonzept in der Firma ist unklar
    • Angst vor Know-How-Abfluss
    • Print-Version wird doch sowieso benötigt

Georg Eck, Coach und Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) zeigt auf, dass Technik, also Tools zuerst völlig unwichtig sind.

Wir beraten Firmen am runden Tisch und arbeiten zuerst die Ziele heraus. Wir wollen wissen, was genau benötigt der Anwender, welche Funktionen, Ansichten. Oder was genau benötigt der Kunde, beispielsweise für eine Freigabe? Für einen Shop vielleicht eine Maßzeichnung?

Erst dann,“ führt Georg Eck aus, „werden effiziente 3D- oder TechComm-Workflows entstehen. Erst dann wird das Werkzeug, also die Software den Anwender 200%-ig unterstützen und es werden die 3D-PDF- oder HTML-3D-Ergebnisse manuell oder automatisiert im Hintergrund erstellt werden können. Die Kosten- und Zeitersparnisse sind nun enorm – meist weit über 50%. Das ergibt einen ROI von kleiner 6 Monate.“

Teamarbeit, Prozesse definieren, dann die Technik

3D Anwendungen in der Technischen Dokumentation

Wir hören von Firmen, in denen sich die technischen Redakteure mit dem proprietären CAD Viewer das 3D Modell zurecht drehen, um daraus einen Screenshot zu erstellen, um diesen in Illustrator zu importieren und nachzuzeichnen. „Aus unserem CAD-System kann man direkt 3D-PDF erstellen, allerdings dauert es lange.““ Bei uns werden die Dateien größer als die Originaldatei…“

Ist das der richtige Weg? Wir beantworteten nun folgende Fragen:

  • Wie sollte man starten, um 3D-Technologien einzusetzen
  • Wie bekomme ich CAD-fremde Bauteile, z.B. Dichtungen in die Ansicht integriert?
  • Was kosten diese Technologien?

Die große Frage ist natürlich auch: Warum schreiben wir heute noch so viel Text? Warum setzen wir nicht vermehrt 3D-Technologien ein? Wir zeigen einige Beispiele.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Schnellere Erstellung von Unterlagen, weniger Text, weniger Übersetzung, schnellere Aktualisierung von Unterlagen, genauere Teilefindung, Vernetzung zu Bestellservices oder im Service.

Die Dienstleister könnten dazu beitragen, effiziente und für alle Seiten gewinnbringende innovative 3D, sowie Mobile Technologien auch im Bereich der Technischen Dokumentation zu etablieren, aber alle sollten sich mehr mit den 3D-Technologien befassen, einfach einsetzen – der Mehrwert wird erst dann sich zeigen.

Informationen, Videos, Downloads:
[Video] – über den Workflow und sinnvollen Einsatz von 3D-PDF in einem Fertigungsbetrieb
[Beispiele] zum Download – 3D-PDF- oder vielleicht doch HTML-3D für mobile Geräte?
[Download] – tekom VISU08 Vortrag Foliensatz (demnächst)

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